Firmen-Geschichte mit Tradition seit 1880

Ein historisches Bild der Kornbrennerei Wilhelm Büchter um 1900

Im Jahre 1880 erwarb der Bauer AUGUST BÜCHTER die Brennrechte für seinen Hof im damals noch sehr ländlichen Castrop-Rauxel.

 

Unterstützt von seiner tatkräftigen Frau Emma, geborene Biederbick, die viele Erfahrungen aus der väterlich alteingesessenen westfälischen Brennerei mitbrachte, fuhr er in jenem Herbst seinen Weizen nicht mehr zur Mühle, sondern in die eigene Kornbrennerei.

 

Bald hieß es in der Gegend: „Wenn August mäht, gibt´s was zu trinken.“

 

Büchters Weizenkorn war geboren.

 

In Holzfässern auf dem Pferdewagen brachte ihn der Bauer und Brennmeister August Büchter noch persönlich in die umliegenden Gasthäuser.

 

Die Kornfässer lud er direkt in die Keller der Wirte, welche den Korn mittels einer am Tresen befestigten Pumpe ihren Gästen ausschänkten. Der selbst hergestellte Korn verkaufte sich gut und brachte Geld ins Haus.

 

Immer neue BÜCHTER - Freunde kamen hinzu, allen voran die Kumpels. Unter Tage, bei Hitze und Staub, brauchten sie einen „Rachenputzer“.

 

Von Büchters Korn erhofften sich die Kumpels ein probates Mittel gegen den gefährlichen Kohlenstaub, welcher ihre Lungen belastete.

 

Sie ließen sich vor Schichtbeginn „ALTER BÜCHTER“ in die blechernen Kaffeekannen füllen. So kamen die verwandelten „Körnkes“ unter die Erde.

 

„Alter Büchter“ Doppelkorn war daher schnell ein Begriff und wohl die erste

Markenbezeichnung der feinen Kornbrände von August Büchter.

 

Die Erweiterung der Kornbrennerei hatte somit Nutzen für die Landwirtschaft und die umliegende Region gebracht.

 

Der Absatz des echt westfälischen Korns stieg und schon nach wenigen Jahren zwang die immer größer werdende Nachfrage zur Erweiterung der Produktionsanlagen.

 

Bereits im Jahre 1908 vergrößerte August Büchter seine Produktion durch den Bau einer neuen und größeren Kornbrennerei auf seinem Hof.

 

Wilhelm Büchter, ein Sohn des Gründers, übernahm im Jahre 1912 den väterlichen Betrieb.

 

Der erste große Rückschlag kam im ersten Weltkrieg von 1914 bis 1918. Die kupferne Betriebseinrichtung musste abgeliefert und der Betrieb daher eingestellt werden.

 

Erst ab Mitte der zwanziger Jahre, nach dem Wegfall der Brennverbote und der kriegsbedingten Rohstoffverknappung, konnte der Betrieb neu eingerichtet und die Produktion wieder aufgenommen werden.

 

Mit der Zeit wurde der Büchter´sche Korn immer beliebter und so wurden noch in den zwanziger Jahren die Pferdegespanne durch Lastwagen ersetzt.

 

Bis zu seinem frühen Tod im Jahre 1930 leitete Wilhelm Büchter das Unternehmen und baute das Geschäft weiterhin erheblich aus.

 

Noch heute trägt unser Unternehmen seinen Namen.

 

Zu Beginn des 2. Weltkrieges brach ein zweites Mal eine harte „kornarme“ Zeit mit Kontigentierungen und Brennverboten an.

 

Der Krieg lähmte - wie überall - auch im Hause BÜCHTER die Entwicklung. Der Betrieb war von der um sich greifenden Zerstörung bedroht, jedoch wurde auch diese Zeit überwunden.

 

Der Gründer der Kornbrennerei, August Büchter, verstarb im Jahre 1935. Er konnte auf ein sehr zufriedenstellendes Lebenswerk zurückblicken.

 

Der Kornbrennerei Büchter war das Schicksal so vieler Brennereien erspart geblieben, welche schon nach dem 1. Weltkrieg ihren Betrieb nicht fortführen konnten.

 

1938 übernahm Frau Liselotte Linnigmann, eine Enkelin des Gründers, die Leitung des Unternehmens.

 

Trotz der besonders schwierigen Nachkriegsjahre mit erneuten Brennverboten,

Rohstoffmangel und vielen weiteren Schwierigkeiten gelang ihr die Wiederherstellung einer voll funktionsfähigen Brennerei.

 

Während die meisten Brennereien sogar von der Stilllegung bedroht waren, modernisierte Frau Liselotte Linnigmann die Kornbrennerei weiter. Besonders der Absatz der „Flachmänner“ konnte erheblich gesteigert werden.

 

Dank ihres Geschicks wurde die Kornbrennerei Büchter zu einem wichtigen Teil des Bergbau Versorgungsprogramms, was mit der regelmäßigen Zuteilung von Rohstoffen verbunden war.

 

Durch diesen Schritt konnte der Betrieb noch weiter gesichert werden.

Seit 1964 fließt ALTER BÜCHTER Weizenkorn aus vollautomatischen Abfüllanlagen unter ständiger Qualitätskontrolle in Flaschen.

 

Jährliche DLG-Prämierungen zeichnen die Kornbrände aus Westfalen aus.

 

Seit 1978 unterstützt der Urenkel des Gründers, Herr Peter Hüttner, die Inhaberin Frau Liselotte Linnigmann.

 

Die Unternehmensführung erkennt die sich verändernde Marktwirtschaft und reagiert zielsicher auf den Wettbewerb und die Erhöhung der Branntweinsteuer.

 

Neben dem Vertrieb der Büchter Spirituosen in Deutschland wird auch der Export in wichtige europäische Länder wesentlich ausgebaut.

 

Im Jahre 1996 stirbt Frau Liselotte Linnigmann im Alter von 80 Jahren.

 

Gemeinsam mit Herrn Peter Hüttner hat sie das 100-jährige Bestehen der Kornbrennerei Büchter erlebt und den Betrieb für die Zukunft gesichert.

 

Gemeinsam mit seinem Sohn, Marcus Hüttner, führt Peter Hüttner heute die Geschichte einer inzwischen über 125-jährigen Brennerei Familientradition fort, unterstützt durch die Familie Schunder in vielen Bereichen des Unternehmens.

 

Was der Gründer vor über 125 Jahren begann, wird in seinem Sinne heute in vierter und fünfter Familiengeneration zielstrebig fortgesetzt.

 

Büchter Kornbrand – Tradition seit 1880